Wenn Du eine 6360 mit einer Firmware <= 06.05 bei eBay erwirbst und sie dann vor Dir hast, kann ich Dir mit einem simplen Bash-Skript zu einer Telnet-Shell auf dem Gerät verhelfen.
Die negativen Aspekte wie fehlende Updates usw. kennst Du ja selbst.
Das komplette Brimborium bei Freetz wird an der fehlenden Toolchain bzw. an der fehlenden ARM-Unterstützung an sich im Freetz scheitern.
Allerdings sollte die Binärkompatibilität zu einem RasPi ausreichend gut sein (ARMv6), daß man dort übersetzte Programme auch auf der 6360 laufen lassen kann. Das habe ich allerdings mangels Notwendigkeit auf meiner 6360 noch nicht wirklich selbst getestet, außerdem hängt die aktiv am Kabelanschluß und da reicht mir die Shell und eine crond-Emulation per Skript und multid für meine Bedürfnisse aus.
Alles, was irgendwelche Änderungen am Kernel oder an den verfügbaren Modulen verlangt, wird wohl - trotz auch dafür verfügbarer OSS-Quellen von AVM - zum Scheitern verurteilt sein oder unverhältnismäßig hohen Aufwand erfordern, alles was nur als Ergänzung zur bestehenden Firmware daherkommt, sollte problemlos funktionieren.
Wenn das Branding auf AVM geändert wird (die Antwort hast Du ja schon), ist der normale Betrieb mit externem Modem/Router an LAN1 problemlos möglich und auch die Konfiguration von SIP-Accounts.
Mit einem passenden SquashFS-Tool (es ist ein SquashFS3-Image im BE-Format mit LZMA-Komprimierung wie in einer 7390 auch) sollte sogar die Modifikation des Filesystems keine wirkliche Hürde sein, original sieht das bei der 6360 im Flash so aus:
Code:
# cat /proc/mtd
dev: size erasesize name
mtd0: 00d39200 00001000 "filesystem_reserved"
mtd1: 00126e00 00001000 "kernel_reserved"
mtd2: 00020000 00001000 "urlader"
mtd3: 00040000 00001000 "tffs (1)"
mtd4: 00040000 00001000 "tffs (2)"
mtd5: 00f60000 00001000 "extra_reserved"
mtd6: 00100000 00001000 "jffs2_reserved"
mtd7: 00d39200 00001000 "filesystem"
mtd8: 00126e00 00001000 "kernel"
mtd9: 000a0000 00001000 "config-space"
mtd10: 00f60000 00001000 "extra"
mtd11: 00100000 00001000 "jffs2"
Da die Box ja "hot flash capable" ist, sind die Partitionen doppelt ausgelegt. Wenn man davon ausgeht, daß man ohnehin keine Updates (schon gar keine automatischen) kriegt, kann man den doppelt vorhandenen Platz (die *_reserved-Partitionen) auch gleich für den normalen Betrieb an Land ziehen (warum die MTD6/MTD11 auch doppelt sind, weiß nur AVM, die werden eigentlich nur als (interner) AB-Speicher verwendet und da macht die Umschaltung ja nun eigentlich keinen Sinn). Dann hat man jede Menge Platz, um die Box notfalls auch ohne USB-Speicher ordentlich nutzen zu können. Der für das Beschreiben des Flash-Speichers notwendige Kernel-Treiber ist jedenfalls auch bei der 6360 schon an Bord:
Code:
# ls -la /lib/modules/2.6.28.10/kernel/drivers/char/flash_update/flash_update.ko
-rw-rw-rw- 1 root root 0 Apr 9 2014 /lib/modules/2.6.28.10/kernel/drivers/char/flash_update/flash_update.ko
und kommt auch hier nicht erst im Firmware-Update-Image mit. Wenn man den Speicher nicht braucht, kann man auch die aktuellere Systemversion in beide System-Partitionen flashen und hat dann bei einem Fehler in den eigenen Modifikationen wieder die einfache Möglichkeit der Umschaltung auf den letzten Stand per Urlader-Environment und "linux_fs_start".
Fazit:
Eine 6360 ist schon kein schlechtes Gerät, wenn einen das nur alternativ vorhandene WLAN und der USB2-Port nicht stören und wenn sie bei eBay wegen der mangelnden allgemeinen Verwendbarkeit im Preis weit genug rutschen, sind die schon ein Schnäppchen. Wegen des größeren NOR-Flash (dafür fehlt der NAND) sind sie - was das System betrifft - sogar besser zu modifizieren. Den direkten Vergleich der Leitungsfähigkeit zwischen dem Puma5 und einem Vx180 oder VR9 habe ich auch mal versucht zu ziehen, aber die BogoMIPS sind eben "bogus":
Code:
# cat /proc/cpuinfo
Processor : ARMv6-compatible processor rev 4 (v6b)
BogoMIPS : 399.76
Features : swp half thumb fastmult edsp java
CPU implementer : 0x41
CPU architecture: 7
CPU variant : 0x0
CPU part : 0xb76
CPU revision : 4
Hardware : puma5
Revision : 0001
Serial : 0000000000000000
root@FB7390:/# cat /proc/cpuinfo
system type : Ikanos Fusiv Core
processor : 0
cpu model : MIPS 24Kc V4.12
BogoMIPS : 332.80
wait instruction : yes
microsecond timers : yes
tlb_entries : 64
extra interrupt vector : yes
hardware watchpoint : yes, count: 4, address/irw mask: [0x0ff8, 0x0ffc, 0x0ffb, 0x0ffb]
ASEs implemented : mips16 dsp
shadow register sets : 1
core : 0
VCED exceptions : not available
VCEI exceptions : not available
7490 dagegen zu stellen ist witzlos, zwei sind ohnehin besser als einer.